Retatrutid-Phase-3: Bis zu 28 % Gewichtsverlust

Forschung 29.05.2026 · Peptipedia-Redaktion

Eli Lillys Triple-Agonist Retatrutid erzielt in den Phase-3-TRIUMPH-Studien einen Gewichtsverlust von bis zu 28,3 % - der höchste je in einer Phase-3-Studie gemessene Wert. Die Ergebnisse aus den Jahren 2025/2026 zeigen zudem deutliche Verbesserungen bei Osteoarthritis, Leberverfettung und Prädiabetes.

Keine medizinische Beratung.

Der Triple-Agonist Retatrutid (LY3437943) von Eli Lilly hat in den Phase-3-TRIUMPH-Studien die bislang stärkste Gewichtsreduktion gezeigt, die je in einer randomisierten Phase-3-Studie einer GLP-1-Klasse-Substanz gemessen wurde. Die Ergebnisse aus Dezember 2025 und Mai 2026 markieren einen Meilenstein in der Adipositas-Forschung.

Welche konkreten Ergebnisse liefern die TRIUMPH-Studien?

Die TRIUMPH-1-Studie (Mai 2026) umfasste 2.339 Teilnehmer mit Adipositas oder Übergewicht. Nach 80 Wochen verloren Probanden unter 12 mg Retatrutid wöchentlich durchschnittlich 28,3 % ihres Körpergewichts (ca. 31,9 kg), unter 9 mg waren es 25,9 % und unter 4 mg 19,0 %. Die Placebogruppe verlor lediglich 2,2 %. Bereits im Dezember 2025 zeigte TRIUMPH-4 bei Teilnehmern mit Knie-Osteoarthritis einen Gewichtsverlust von 28,7 % sowie eine Reduktion der Knieschmerzen um 75,8 % (gemessen per WOMAC-Score). Mehr als jeder achte Patient war am Ende der Studie völlig schmerzfrei.

Welche weiteren Endpunkte wurden erreicht?

Neben dem Gewichtsverlust erzielte Retatrutid signifikante Verbesserungen bei sekundären Endpunkten:

  • Prädiabetes-Rückbildung: 72 % der Betroffenen normalisierten ihren Blutzuckerstatus.
  • LDL-Cholesterin: Senkung um rund 20 %.
  • Leberverfettung: In der Phase-2-Verlängerung erreichten 93 % der Teilnehmer unter 12 mg eine Normalisierung des Leberfettgehalts nach 48 Wochen.
  • Typ-2-Diabetes (TRANSCEND-T2D-1): HbA1c-Senkung um 1,7–2,0 % und Gewichtsverlust von 16,8 % (ca. 16,6 kg) nach 40 Wochen.

Wie ist das Nebenwirkungsprofil?

Die häufigsten Nebenwirkungen waren gastrointestinale Ereignisse (Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö), typisch für GLP-1-Agonisten. Die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen lag bei 11,3 % unter 12 mg, 6,9 % unter 9 mg und 4,1 % unter 4 mg (Placebo: 4,9 %). Dysästhesien (Hautmissempfindungen) traten bei bis zu 20,9 % der 12-mg-Gruppe auf, waren meist mild und führten selten zum Abbruch.

Wann ist mit einer Zulassung zu rechnen?

Retatrutid ist weder von der FDA noch von der EMA zugelassen. Ein NDA-Antrag (New Drug Application) bei der FDA wird für das 4. Quartal 2026 erwartet, eine Entscheidung realistischerweise frühestens 2027. Weitere sieben Phase-3-Readouts sind für 2026 angekündigt, darunter Studien zu obstruktiver Schlafapnoe und MASLD (metabolische Fettlebererkrankung).

Ausführliche Informationen zum Wirkmechanismus und zur Evidenzstufe finden Sie auf unserer Retatrutid-Peptidseite. Einen Vergleich mit dem dualen Agonisten Tirzepatid bietet der Tirzepatid-Artikel.

Keine medizinische Beratung. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information über den aktuellen Stand der klinischen Forschung. Retatrutid ist kein zugelassenes Arzneimittel und sollte nicht ohne ärztliche Aufsicht verwendet werden.

Quellen

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